Concept “holiwork” – Symbiose von Arbeits- und Erholungswelt

Im Urlaub arbeiten? – Nein Danke!…Eine wirklich nachvollziehbare Reaktion, denn wer will schon wirklich den Alltagsballast in die Berge oder ans Meer mitnehmen. Allein, unsere Realität sieht anders aus – immer weniger können darauf verzichten, per Handy erreichbar zu sein oder ab und zu den elektronischen Posteingang zu checken. Für viele sind die Tage am Land sogar die einzige Möglichkeit, konzeptiv an neue Ideen heranzugehen oder Aufgestautes strukturiert abzuarbeiten. Kurzum, die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren auf Basis ausgereifter, breitbandiger Informations- und Kommunikationstechnologien radikal gewandelt. Und gleichzeitig hat sie sich sukzessive in unsere Erholungs- und Rückzugswelten geschoben.

Feriendestinationen sind auf diesen Wandel nur schlecht vorbereitet. Sie verfügen im Vergleich zu den Bedingungen der vernetzten Arbeit in der Stadt weder über die geeigneten Infrastrukturen noch über den notwendigen Service-Level. Noch schlimmer, in ihrer traditionellen Ambition dem Gast Alles bieten zu wollen, produziert die Ferienhotelerie einen Konflikt, einen „Clash of Needs“, der keinen zufrieden stellt : der nach Ruhe und Entspannung suchende Gast ärgert sich über hektisch telefonierende und ins Laptop hackende „Wichtigtuer“, die vernetzten Arbeitsnomaden hingegen fühlen sich durch verordnete Rücksichtnahme eingeengt, wobei der technische und organisatorische Support ohenhin immer zu wünschen übrig lässt.

Damit erfordert der Wandel der Arbeitswelt von den Dienstleistern der Erholungswelten, den Touristikern und Destinationsmanagern, unweigerlich ein Erfordernis des Um- und Neudenkens. Die Zeiten der Trennung zwischen Urlaub und Arbeit sind endgültig vorbei.

Es sind Konzepte der Vereinbarkeit notwendig. „Holiwork“ (c) wurde im Jahr 2002 erdacht und steht für:

  • eine grundsätzliche Ausrichtung von Feriendestinationen auf die Bedürfnisse der Wissensarbeit
  • eine klare Trennung von Arbeits- und Erholungsbereichen
  • einen Paradigmenwechsel: Erholungsdestinationen sind nicht mehr Fluchträume vor urbaner Büroarbeit, sondern Potenzialräume für bessers Denken und Arbeiten.
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