Mesnerhof – “Privatzimmervermieterei der Zukunft”

Die jüngst erschienene und nun oft zitierte Studie „Hotel der Zukunft“ untermauert einmal mehr den unverkennbaren Trend zu neuen Hybridmodellen zwischen Urlaubs- und Arbeitswelt. Soweit ein fast schon alter Hut. Die Autoren gehen allerdings einen Schritt weiter, in dem sie Hotels als HotSpots für Kreativität und Innovation zeichnen – das passt natürlich zum Mesnerhof-Motto „…für Neues“. Ich zitiere: …Die ständige Selbstreflexion und das unaufhörliche Neuerfinden sind zwei Schlüsselressourcen der Creative Workforce….Hotels sind Dreh- und Angelpunkt all jener Menschen, die sich im Strom der geistigen Arbeit befinden und sich dabei vernetzen und austauschen. Mehr als je zuvor werden in Hotels die richtungsweisenden Zukunftsentwicklungen und Innovationen erarbeitet. Denn hier trifft man sich, tauscht sich aus, macht sich fit, lernt, entspannt, relaxt.

Die Studie widmet sich folgerichtig auch dem raum-organisatorischen Gestaltungsanspruch für Innovation. Es stimmt zwar, dass überall wo der Laptop aufgeklappt werden kann, eine Arbeitsumgebung entsteht, d.h. aber nicht automatisch, dass es sich dabei um eine gute, nämlich kreativitätsfördernde Umgebung, handelt (ganz zu schweigen vom Clash of Needs in der Ferienhotelerie). Arbeitsökonomen wissen: jede spezifische Aufgabe bedingt spezifische Räume, so auch Kreativität und Innovation. Es werden zumindest zwei Hotelkonzepte genannt, die dieses Prinzip verfolgen: Der in unseren Breiten weitgehend bekannte Schindlerhof und das Nordic-Light Hotel in Stockholm.

Allerdings darf bezweifelt werden, dass unsere Hoteliers und DestinationsmanagerInnen Denkfelder solcher Art hinreichend im Radar haben. Wie denn auch? In den Curricula von Tourismus-Lehrgängen sind kaum entsprechende Referenzen auszumachen. Und natürlich schaut man sich lieber das zehnte 7* Hotel in Dubai an bevor man auch nur irgendwie auf die Idee käme, am Headquarter von Google wesentlich mehr über die Zielgruppen der Zukunft und ihre Bedürfnisse zu erfahren.

Am Mesnerhof stehen die Bedingungen zum Entstehen des Neuen im Vordergrund. Das zeigt sich nicht nur im bewusst großzügig zu setzenden Verhältnis der Seminar-und Kreativitätsräume zur Anzahl der vorerst 5 Zimmer (das enstpricht der Kategorie der Privatzimmervermietung). Es ist ebenso Prämisse für die Konstellation des Tagesablaufs und dem Zusammenwirken der Gäste (=Community).

Zweifellos, Mesnerhof-C ist irgendwie ein Experiment – aber eines in aller Gelassenheit, am schönsten Ende der Welt :-D

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