Neu und Alt – Weiterbauen am Land
Wer sich daran macht, ein 400 Jahre altes Bauernensemble zu sanieren, hält naturgemäß Ausschau nach Vorbildern. Derer gibt es zu Hauf, schließlich bemisst sich Sanierungsliteratur fürs Land in Tonnen. Allerdings, die erkleckliche Mehrheit beschränkt sich auf simple Vorher-Nachher-Bebilderungen meist prämierter Vorzeigebauten. Nur selten wird der Diskurs nach dem Sinn/Unsinn im Kontext des Verlusts/Erhalts der bäuerlichen Kulturlandschaft geführt. Nicht so in dem jüngst erschienenen Band “Weiterbauen am Land“, den ich der geneigten Mesnerhof Community wärmstens ans Herz lege.
Anhand von 7o ausgewählten Bauten im alpinen Raum geben die Autoren u.a. profunden Einblick, was Menschen dazu bewegt, bäuerlichen Bestand zu erhalten, zu verändern, zu erweitern oder überhaupt einer Neunutzung zuzuführen (zB. der Seehof Lanser See, geplant von Martin Scharfetter, unserem “Mesnerhof Architekten”). Dass es hier um eine ersnthafte Besprechung abseits urbannaiver Idyllisierung geht, zeigt alleine schon das geradezu verstörende Bild eines Zu- und Weiterbaus auf dem Buchdeckel.
im Besondern verweisen möchte ich auf das renovierte Bauernensemble “Paulinarium” am Ludescher Berg in Vorarlberg. Keineswegs weil es mich an meine gymnasiale Alma Mater namens “Paulinum” in Schwaz/Tirol erinnert. Nein, vielmehr deshalb, weil das Motto dieses Seminarhauses “Leichter lernen in ländlicher Atmosphäre” sich wunderbar in den Gedankenkorridor des Mesnerhofs einpasst. Und so steht über der Eingangstür des Paulinariums:
“…Alles Alte sollten wir lieben, aber für das Neue sollten wir leben…”
Wahrlich gut gesprochen!!!
