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Einfach nur "C"

Wie der Mesnerhof zu seinem Buchstaben kam

Servus zusammen!

Der eine oder andere mag sich fragen, was es mit diesem Zusatz "C" auf sich hat. Die etwas banale, dafür dankenswert kurze Antwort: allein schon die Frage hat seinen Zweck erfüllt: Alleinstellung also! Eigentlich ist die Geschichte aber weniger banal, geradezu verkopft. Am Anfang stand nämlich die Suche nach der neuen Arbeitswelt. Seit den 90ern erforscht das Fraunhofer IAO an räumlichen und organisatorischen Bedingungen für Wissensarbeit. Im Jahr 2002 wurden im Rahmen der Initiative „Office 21“ erste, grundlegende Analysen vorgelegt. Zwei Ergebnisse erregten damals meine besondere Aufmerksamkeit:

1) Die Arbeitsmotivation und Leistungsfähigkeit ist beim Arbeitstyp „Mobil & Variabel“ am höchsten…arbeitet an unterschiedlichen Orten und Arbeitsplätzen innerhalb und außerhalb des Unternehmens“
2) Die Arbeitsmotivation bzw. Leistungsfähigkeit ist im Vergleich zu den anderen 7 definierten Bürokonzepten mit Abstand am höchsten beim Typ „Büroformen-Mix“, d.h. also bei dem Typ, der je nach Art der Aufgabenstellung die Wahl einer passenden Büroumgebung zulässt…“

Unter dem heutigen Eindruck der bunten Headquarter von Google, Facebook und Co mag dieser Befund nicht spektakulär sein. Damals aber befeuerte Office 21 die Diskussion, welche Räume es braucht, um die „Emergenz des Neuen“ zu ermöglichen. Für mich als aufmerksamen Beobachter der Entgrenzung unserer Arbeitswelten und wohl auch als Mischwesen zwischen Stadtei und Landneurotiker, ergaben sich daraus folgende Fragestellungen:

1) Kann das Land als Wechselort zur Stadt solchermaßen die Funktion einer innovationsfördernden Arbeitsumgebung einnehmen. Falls ja,
2) welche Gebäude am Land eignen sich gerade unter dem Aspekt passender Raum/Aufgaben Kombinationen.

Office 21 Mesnerhof-C

C wie Creation, Communication & Concentration

Im Jahr 2004 übernahmen Freunde die Touristik-Betriebe des Stift Geras im nördlichen Waldviertel. In Gesprächen mit dem ansässigen Orden wurde bekannt, dass ein Teil des Klostertrakts ungenutzt stand und die Geistlichkeit für Überlegungen einer Neunutzung offen sei. Es war gerade die Zeit, in der ich für das relativ neue Phänomen, wonach sich die virtuelle Arbeit zunehmend in unsere Urlaubswelten drängte, den Begriff „holiwork“ geprägt hatte. Folglich erhielt ich den Auftrag für einer Studie mit dem Ziel, die Machbarkeit für eine neue Arbeitswelt bzw. "holiwork im Kloster" zu belegen. Der Leitgedanke war, die Wissensarbeit an ihre Ursprünge, sprich Klöster, zurückkehren zu lassen. Die konkrete Raumsituation des Klostertrakts bot drei Stockwerke. Und so wurden, abgeleitet aus den Befunden von Office 21, jedem Stockwerk ein spezifischer Typ Wissensarbeit zugeordnet, nämlich Creation, Concentration und Communication.

Ein Team von Architekten, Designern, Touristikern, Organisationsberatern und Philosophen lieferte dazu erste Entwürfe, welche die drei Dimensionen der Wissensarbeit jeweils auf die Raumebenen gestalterisch spiegelten.

Leider konnte sich der Orden dann nicht dazu durchringen, den Klostertrakt für eine Neunutzung freizugeben. Was ich aber vor allem aus diesem Projekt mitnehmen sollte, war das Basiskonzept einer dreiteiligen Raum-/Arbeitsstruktur. Denn irgendwie hatte ich im Hinterkopf, dass es da noch das alte Bauernhof-Ensemble in Tirol gab,  das zufälligerweise mit drei Häusern fröhlich vor sich hinmoderte.

C wie Chalet, Camp & Co

Die 3Cs der Wissensarbeit finden heute nicht im Kloster sondern im leerstehenden Mesnerhof ihre raumbegriffliche Entsprechung, und zwar mit „Chalet, Camp & Co“ in touristischer Färbung.

Dass es sich dabei nicht um scharf abgegrenzte Nutzungsbereiche handelt, verrät allein schon die Verwendung des Wörtchens “ &Co“. Vielmehr soll damit verdeutlicht werden, dass zwei der drei Mesnerhof-Gebäude noch unsaniert und damit undefiniert sind. Und das ist gut so. Schließlich wird jede und jeder am Gelände sowie in den Gebäuden einen Platz finden, der am besten fürs Denken,Tun oder Nichtstun geeignet erscheint – alleine oder gemeinschaftlich in einer Gruppe. Damit sind wir beim (vorerst) jüngsten C mit Bezug zum Mesnerhof angelangt sind.

C wie Community

Zu eurer Überraschung halte ich mich hier kurz. Es wurde und wird zur Renaissance der Gemeinschaftskultur und des Teilens schon so viel gesagt und ich wüßte nicht wo anfangen und wo aufhören. Wir haben es uns einfach zur Aufgabe gemacht, mit dem Mesnerhof-C einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen miteinander im Kontext von Natur und Raum neu oder stärker verbinden. Mit anderen Worten: „Zusammen.Sein in den Bergen" bzw. #alpinetogetherness.